
Im Konferenzforum 7 „Ältere Migranten - Forschungsansätze in Europa" der ersten europäischen Konferenz "Europas Neues Gesicht. Ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa - von Herausforderungen zu Chancen" fand ein erster Erfahrungsaustausch einschlägiger Wissenschaftler und Wissenschafterinnen zum Thema des aktiven Alterns älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa statt.
Deutlich wurde, dass es in diesem Themenfeld einen großen Bedarf für abgestimmte und vergleichbare europäische Forschungsaktivitäten gibt. Von vielen Forschern und Forscherinnen wurde großes Interesse geäußert, sich aktiv an einem europäischen Forschungsnetzwerk zum Thema "Aktives Altern von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa" zu beteiligen.
Die Gründung dieses Forschungsnetzwerks wurde im Rahmen der Konferenz am 02. Oktober 2008 offiziell vereinbart.
Das Konferenzforum 7 hat eine vorläufige Liste von Forschungsthemen und -lücken erarbeitet. Es zeigen sich zunächst fünf Handlungsstränge.
1. Basic Research:
Hierbei geht es (insbesondere in den neuen EU-Mitgliedstaaten) darum, Grundlagenforschung zur Situation älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu erarbeiten bzw. zu aktualisieren. In einigen Ländern wie z.B. Bulgarien oder Finnland gibt es so kaum wissenschaftliche Beschäftigung mit der Thematik, in anderen Ländern wie z.B. den Niederlanden sind die Forschungsergebnisse nicht mehr aktuell.
2. Konzepte, Formen und Typologien:
Es gibt noch keine einheitliche europäische wissenschaftliche Typologie der verschiedenen Gruppen älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
3. Einfluss älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte auf die Aufnahmegesellschaft:
Bislang gibt es kaum Untersuchungen dazu, wie die Aufnahmegesellschaften in sozialer und kultureller Hinsicht von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte verändert wurden. Dies gilt besonders für die politische und soziale Partizipation älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte.
4. Theoretische Forschung:
Offene Fragestellungen bezogen auf ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte betreffen die Identitätsbildung, Transnationalität und die Rolle von europäischer, städtischer und lokaler Bürgerschaft.
5. Anwendungsorientierte Forschung:
Notwendig ist eine Kombination zwischen Forschung und praxisbezogenen sozialen Aktivitäten, um die soziale, kulturelle und politische Integration von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte zu verbessern.
Auch die Ergebnisse anderer Konferenzforen unterstreichen einen weitergehenden Bedarf an Forschung und dem (wissenschaftlich begleiteten) Austausch von Good Practice.
Ausführlichere Informationen zum Konzept und dem Aufbau des Forschungsnetzwerks "Aktives Altern von älteren Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Europa" finden Sie hier.